Dromedare – Die „Wüstenschiffe“ Arabiens

Wer kennt sie nicht, die klassischen Geschichten langer Kamelkarawanen, die in der Wüste von Oase zu Oase ziehen? Früher waren Karawanenwege die logistischen Adern des Warenverkehrs. Sehnsüchtig erwartete man die Händler, die nach beschwerlicher Reise lang benötigte Gegenstände brachten. Die Reisen waren nicht ungefährlich. Es brauchte viel Erfahrung, um in der gleichförmigen Wüstenlandschaft nicht vom Weg abzukommen, Sandstürme stellten Menschen und Tiere vor erhebliche Herausforderungen. Und auch Raubüberfälle durch Banditen waren an der Tagesordnung.

Dromedar

Karawansereien waren die Stützpunkte der Reisenden. Hier konnte man sich ausruhen, übernachten, essen und die Tiere versorgen. Hier trafen die Karawanenführer nach langem Marsch zusammen. Und oft wurden am abendlichen Lagerfeuer Geschichten erzählt, die über Generationen weitergegeben wurden und schließlich Eingang in die Sammlung „Tausendundeine Nacht“ gefunden haben.

Im arabischen Raum dominiert das einhöckrige Kamel, das auch als „Arabisches Kamel“ oder als „Dromedar“ bezeichnet wird. Es unterscheidet sich deutlich vom zweihöckrigen Kamel, dem Trampeltier. Das Dromedar ist an das Wüstenklima besonders gut angepasst. Es kann sehr lange ohne Wasser auskommen, da große Flüssigkeitsmengen im Körper auf Vorrat gespeichert werden können. Im Rückenhöcker werden außerdem Fettvorräte aufgebaut, die als zusätzliche Kraftreserve bei langen Wüstenmärschen zur Verfügung stehen. Durch stark konzentrierten Urin und Kot verliert das Tier bei Ausscheidungen nur wenig Flüssigkeit. Ein Dromedar kann bei langer Trockenheit bis zu 25 Prozent seines Körpergewichtes abbauen ohne zu verdursten und diesen Gewichtsverlust bei der nächsten Rast und Trinkgelegenheit innerhalb kurzer Zeit wieder ergänzen. Die Körpertemperatur kann sich den Umgebungsbedingungen in hohem Maße anpassen. Die Atemwege sind so beschaffen, dass der Wasserverlust bei der Ausatmung auf ein Minimum beschränkt wird.

Deshalb wird das Dromedar als Reit- und Lasttier in den heißen Regionen Afrikas und Asiens seit Jahrhunderten geschätzt. Für die Beduinen sind Dromedare seit jeher die wichtigsten Begleiter, nicht allein zum Reiten und für den Transport, sondern auch zur Versorgung mit Milch, Wolle und Fleisch.

Ein ausgewachsenes Dromedar kann eine Schulterhöhe von bis zu 2,30 Metern erreichen. Das Fell ist meist hellbraun, vereinzelt auch weiß oder dunkelbraun. Die Dromedare in Afrika und Asien sind vollständig domestiziert, nur in Zentralaustralien gibt es noch Populationen wild lebender Dromedare.

Erwachsene Dromedare leben in Haremsfamilien, in denen jeweils ein männliches Tier mit mehreren weiblichen Tieren und dem Nachwuchs beisammen ist. Nach einer Tragezeit von mindestens einem Jahr bringt die Dromedarmutter in der Regel ein einzelnes Junges zur Welt. Die Neugeborenen können bereits nach einem Tag auf eigenen Beinen stehen und laufen. Sie bleiben bis zu zwei Jahren bei der Mutter.

Dromedare sind Pflanzenfresser; ihr Spektrum genießbarer Pflanzen umfaßt sogar einige dornige und salzhaltige Arten. Die Verdauung erfolgt in mehreren aufeinanderfolgenden Magenkammern. Dromedare können ein Alter von vierzig bis fünfzig Jahren erreichen.

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