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Milch inmitten der Wüste

Alkohol verbietet der Islam, aber gegen Milch und Milchprodukte ist nichts einzuwenden. Sie werden sogar immer beliebter. Auch Dromedare liefern Milch, für die Beduinen ist sie seit Jahrhunderten ein wichtiger Teil ihrer Nahrung. Aber mit Kamelmilch allein, läßt sich die Nachfrage längst nicht mehr decken.

Doch in Saudi-Arabien weiß man sich zu helfen. Dabei setzt man auf Kühe mit deutschem Stammbaum. Der Marktführer Almarai Co. Ltd. mit Sitz in Riad ist der bedeutendste Produzent für Frischmilchprodukte im Nahen Osten. Das Unternehmen hat seine Molkereien mit hochmoderner Technik ausstatten lassen.

Mit künstlicher Bewässerung wurden große Farmen geschaffen, auf denen die Rinder genau die Bedingungen vorfinden, die sie für eine optimale Milchproduktion brauchen. Rund 50.000 Wiederkäuer an verschiedenen Standorten bringen es zusammen auf rund eineinhalb Millionen Liter Milch pro Tag.

Damit diese enormen Mengen zeitnah verarbeitet, gelagert und verteilt werden können, setzt Almarai auf fortschrittlichste Logistik, wie zum Beispiel auf ein automatisiertes Hochregal-Kühllager, das von „Siemens Logistics and Assembly Systems“ errichtet worden ist. Die Lager-Überwachung besorgt ein SAP-System.

Riesige Betriebe sind in Wüstenlandschaften entstanden, in denen man klassische Landwirtschaft am wenigsten vermuten würde. Am größten Standort Al-Kharj, der vor rund 25 Jahren errichtet wurde, arbeiten bereits mehr als 4.000 Menschen, um die Tiere zu versorgen und Milch sowie zahlreiche Milchprodukte herzustellen. Große Kühltürme lassen schon von weitem erkennen, dass hier erhebliche Mengen verarbeitet werden. Die gesamte Produktionskette ist nach westlichen Standards organisiert und gemäß ISO-Norm zertifiziert worden.

Der Standort in der Wüstenregion „Rub Al-Khali“, die zu den weltweit ausgedehntesten Sandwüsten gehört, ist eine Herausforderung. Die dürre Region sieht kaum einmal einen Regentropfen. Gewaltige Klimaanlagen senken die Außentemperatur, die tagsüber die 50 Grad-Marke überschreiten kann, auf erträgliche 26 Grad. Außerdem besprüht eine Zerstäuberanlage die Tiere mit feinstem Wassernebel, damit sie sich wohl fühlen. Der Wasserverbrauch ist enorm. Etwa 2.500 Liter Wasser sind nötig, um einen Liter Milch zu erwirtschaften. Dazu wurden riesige Tiefbrunnen gebohrt. Außerdem wird Meerwasser in Entsalzungsanlagen umgewandelt. Nicht nur die Milch, auch das Wasser muss permanent gekühlt werden. So muss ständig eine erhebliche Menge Energie aufgewendet werden, um die Produktion in Gang zu halten. Die Kühe danken es mit Spitzenerträgen von bis zu 70 Litern Milch pro Tag.

Die Mitarbeiter versorgen große Herden von mehreren hundert Kühen. Ihr Leben gleicht weder dem ihrer Vorfahren, die oft noch als Beduinen von Oase zu Oase zogen, noch ist so etwas wie Cowboy-Romantik im Spiel. Ihr Job ist vielmehr geprägt von modernster Agrartechnologie. Alle Arbeitsabläufe folgen mit größter Präzision optimierten Zeitplänen.

1 Kommentar

  1. vor 2 wochen war ich mit einer 30 mann starken gruppe aus landwirten,tierärzte und michexperten in der wüste von saudi arabien und haben uns die almarei molkerei und stallung angesehen.die leute waren begeistert wie so was in dieser wüste möglich ist.alles war super sauber und wird von experten aus neuseeland geführt.

    nächstes jahr möchte ich wieder mit einer gruppe hin,jeder der interesse hat kann mit, bitte melden unter

    schagowetz.degi@tele2.at 0043 650 8708932

    grüsse aus tirol degenhard schagowetz

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