Das Informationsportal für Saudi-Arabien

Mekka

Der ehrwürdige Ort

Jedes Jahr pilgern zweieinhalb Millionen Muslime nach Mekka. Damit übertrifft die Zahl der Pilger die Einwohnerzahl bei weitem. Mekka hat rund eineinhalb Millionen Einwohner. Mekka darf sich also rühmen, der bestbesuchte Wallfahrtsort der Welt zu sein. Die Stadt liegt im Südwesten des Landes in der Provinz Mekka in der Region Hedschas, nahe bei  Dschidda, nur etwa 90 Kilometer vom Roten Meer entfernt.

Mekka ist der Geburtsort Mohammeds, des Begründers der islamischen Religion. Deshalb verehren Muslime diese Stadt als ehrwürdigen, heiligen Ort. Während die Gläubigen die Pilgerreise nach Mekka als Krönung ihres religiösen Daseins empfinden, ist das Betreten der Stadt Nicht-Muslimen traditionell untersagt. Um das sicherzustellen sind eigens entsprechende Straßensperren mit Kontrollstellen errichtet worden.

Der Haddsch ist die wichtigste Veranstaltung und Ziel aller Pilger. Er findet jährlich im Monat Dhu l-iddscha statt. Jeder erwachsene Muslim, sowohl Männer, als auch Frauen,  sollte einmal im Leben nach Mekka pilgern, sofern er oder sie es sich leisten kann. In ärmeren Dorfgemeinschaften wird gesammelt, damit ein Auserwählter, stellvertretend für alle, nach Mekka reisen kann.

Während der Pilgerfahrt gelten besondere Kleidungs- und Verhaltensrichtlinien. Ein Haddsch zieht sich über mehrere Tage. Dazu gehören rituelle Wanderungen in deren Verlauf der Berg Arafat, 25 Kilometer östlich von Mekka gelegen, eine bedeutende Rolle spielt sowie symbolische Teufelssteinigungen. Im weiteren Verlauf wird das bedeutsame Opferfest (Idu l-Adha) begangen. Schließlich wird die Kaaba, ein Gebäude in Form eines großen schwarzen Würfels, von den Gläubigen siebenfach gegen den Uhrzeigersinn umrundet (Tawaf). Die Kaaba gilt als Heiligtum und absolutes Zentrum des Glaubens. Sie befindet sich im Hof der Hauptmoschee. Historiker haben herausgefunden, dass die  Kaaba schon in vorislamischer Zeit ein Heiligtum der arabischen Stämme war. In einer der Ecken befindet sich ein schwarzer Stein, vermutlich ein Fragment eines Meteoriten. Der Überlieferung gemäß hat ihn der Prophet Abraham vom Engel Gabriel empfangen. Im Laufe der vergangenen Jahre hat nicht nur die Zahl der Pilger insgesamt, sondern auch der Anteil der Nicht-Saudis stetig zugenommen. Das stellt die Infrastruktur hinsichtlich der Versorgung, Unterbringung und Sicherheit der Gäste vor erhebliche Herausforderungen. Durch Feuer und Paniken sind bei vergangenen Veranstaltungen bereits zahlreiche Menschen zu Tode gekommen.

Der Bau der ersten Kaaba an dieser Stelle wird dem Stammesvater Abraham und seinem Sohn Ismail zugeschrieben. Sie waren hier durch das Erscheinen einer Quelle gerettet worden, die den Namen „Zamzam“ trägt und noch immer sprudelt. Abrahams Frau Hagar hatte mehrfach die Hügel Safa und Marwa bestiegen und nach Wasser Ausschau gehalten und fand die Quelle anschließend direkt am Lager ihres Sohnes vor. Die Gänge zwischen den beiden Hügeln sind auch heute noch wichtiger ritueller Bestandteil während des Haddsch.

Verschiedenen Nicht-Muslimen ist es im Laufe der Jahrhunderte gelungen, unter falschen Identitäten in die Stadt zu gelangen und an religiösen Zeremonien teilzunehmen, darunter waren auch mehrere Forschungsreisende. Einige von ihnen haben darüber Berichte, zum Teil sogar Bücher verfaßt.

Mekka ist der Ort, in dessen Richtung sich Muslime auf aller Welt bei ihren Gebeten mehrmals täglich verbeugen. Ist die genaue Richtung nicht bekannt, so orientiert man sich mit Hilfe des Kompasses so gut wie jeweils möglich. Neuere iPhones mit Kompass-Funktionalität bieten sogar die Möglichkeit, sich Apps herunter zu laden, mit denen die exakte Ausrichtung des Gebetsteppichs blitzschnell ermittelt werden kann.

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.