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Medina – Die Erleuchtete

Mekka und Medina werden oft in einem Atemzug genannt. Denn es sind die beiden heiligsten Städte Saudi-Arabiens und der islamischen Welt. Der Name Medina leitet sich vom arabischen Begriff „al-Madīna” ab, was „die Erleuchtete“ bedeutet. Medina liegt nördlich von Mekka und hat rund 1,7 Einwohner. „Madīna” ist aber auch das arabische Wort für “Stadt”. Und so werden auch viele Altstadtbereiche anderer Städte als “Medina” bezeichnet.

Für den Islam ist Medina nach Mekka die zweitwichtigste heilige Stadt. Ebenso wie Mekka, ist Medina für Nicht-Muslime nicht zugänglich.

Erste Niederlassungen in diesem Gebiet sind Historikern zufolge vermutlich entstanden, weil man auf der Route des Weihrauchhandels strategisch günstig gelegene Stützpunkte errichtete. Die Region litt über mehrere Generationen unter Unruhen durch eine Fehde zwischen arabischen und jüdischen Stammesgruppen.

Im Jahr 622 wanderte Mohammed aus Mekka aus und verlegte seine Sitz nach Medina. Der Mondkalender der islamischen Zeitrechnung beginnt zu diesem Zeitpunkt, der so genannten Hidschra. Das macht deutlich, wie stark dieses Datum in der islamischen Kultur gewichtet wird und erklärt auch die erhebliche geschichtliche Bedeutung Medinas.

Mohammed, der in Mekka noch Angriffen zahlreicher Gegner ausgesetzt gewesen war, wurde nach seiner Ankunft in Medina zu einem erfolgreichen und geachteten Führer, sowohl auf religiösem, als auch auf politischem Gebiet. Treue Gefolgsleute, die Mohammed von Mekka nach Medina begleitet hatten, wurden als „Auswanderer“ (al-Muhadschirun) bezeichnet. Nach seiner Ankunft erarbeitete Mohammed eine Verfassung für Medina, um Streitigkeiten zu schlichten und Einigkeit herbeizuführen. Dennoch blieben Spannungen mit jüdischen Stämmen, die schließlich aus der Stadt vertrieben wurden.

Der Vorgang der Hidschra hat sich im Koran insofern niedergeschlagen, als die einzelnen Suren in die Zeit davor und danach gruppiert worden sind. Es gibt folglich Suren, die der Mekka-Periode zugeordnet werden und solche, die der Zeit in Medina zugerechnet werden. Sie sind im Koran entsprechend gekennzeichnet.

Bis zur Eroberung Mekkas durch die Muslime im Jahr 630 war Medina vorübergehend die Hauptstadt des islamischen Reiches. Über mehrere Jahrhunderte gehörte Medina zum osmanischen Reich, bis die Stadt 1924 von Ibn Saud, dem Begründer Saudi-Arabiens eingenommen wurde.

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