Das Informationsportal für Saudi-Arabien

Mit der Spitze durch die Wolken – In Dschidda entsteht das höchste Haus der Welt

Mit der Spitze durch die Wolken – In Dschidda entsteht das höchste Haus der Welt

8. Aug 2011

Im Januar 2010 wurde der „Burj Chalifa“ in Dubai eröffnet. Er trägt den Namen des Herrschers von Abu Dhabi, eine Dankesgeste, denn Scheich Chalifa bin Said al-Nahjan hatte Dubais Scheich Mohammed bin Rashid al-Maktoum finanziell unterstützt , damit das Jahrhundertbauwerk trotz Finanzkrise fertiggestellt werden konnte.

 

Fast alles an diesem Wolkenkratzer hat das Zeug, um ins „Guiness Book of Records“ aufgenommen zu werden. 828 Meter Höhe, das ist absolute Weltspitze. Dennoch hielt man den genauen Wert bis zum Schluß geheim. Zu groß schien die Gefahr, dass ein anderes Hochhaus im letzten Moment hätte umgeplant und verlängert werden können. Das „Burj Chalifa“ gilt seither als Maß aller Dinge. Fotos, die aus den oberen Etagen gemacht worden sind, erzeugen schon beim Betrachten Schwindelgefühle.

 

Doch das war noch längst nicht alles. Beim Wettlauf um das höchste Gebäude der Welt ist der Weg nach oben weiterhin offen. Nördlich der Hafenstadt Dschidda am Roten Meer plant man jetzt, den magischen Wert von einem Kilometer Höhe erstmals zu überschreiten. Der „Kingdom Tower“ soll über tausend Meter in den Himmel ragen. Geformt ist er wie eine überdimensionale Nadel. Seine Dimensionen lassen alles um ihn herum lächerlich klein erscheinen. Der Architekt Adrian Smith aus Chicago, Illinois verfügt über hinreichend Erfahrung. Schließlich ist der Burj Chalifa auch von ihm. Der Kingdom Tower soll das Zentrum und Wahrzeichen eines völlig neu gestalteten Areals werden, das den Namen „Kingdom City“ trägt und wird Büros, Geschäfte, Appartements und ein Hotel aufnehmen.

 

Typisch für Gebäude dieser Größenordnung ist, dass sie sich nach oben mehr und mehr verjüngen. Das ist nicht zuletzt ein Gebot der Statik, denn bei diesen Ausmaßen muss die Stabilität über jeden Zweifel erhaben sein. Um in diese Höhen vorstoßen zu können, müssen Ingenieure einiges an technologischen Tricks aufwenden. So muss man beispielsweise den Beton vorkühlen, um ihn über mehrere hundert Meter hinaufzupumpen zu können, so dass er in den oberen Stockwerken noch verarbeitet werden kann. Auch etliche deutsche Unternehmen haben in Dubai bereits Erfahrungen mit diesen Herausforderungen sammeln und dafür ganz neue Verfahrenstechniken entwickeln können. An die Aufzüge innerhalb des Gebäudes werden höchste Anforderungen gestellt werden. Wer mit Express-Liften vom Boden bis an die Spitze gelangen möchte, sollte sich, so Mediziner, zwischendurch etappenweise akklimatisieren, denn der Druckunterschied dürfte recht erheblich und für manch labilen Kreislauf nicht ganz ungefährlich sein.

 

Anfang August 2011 wurden die Verträge unterzeichnet. Der Bauherr, die Kingdom Holding Company mit Sitz in Riad, gehört zu den Big Playern im internationalen Business. Für den Vorstandschef Prinz Al-Walid ibn Talal Al Saud, der rund um die Welt maßgebliche Beteiligungen hält, sind Projekte dieser Größenordnung an der Tagesordnung. Die Baukosten werden mit 860 Millionen Euro kalkuliert. Als Auftragnehmer wird „Saudi Binladin“ genannt, die Baugesellschaft, die einst vom Vater Osama bin Ladens gegründet wurde und sich noch heute in Händen der Familie befindet. Bis zur bezugsfertigen Übergabe rechnet man mit mindestens fünf Jahren Bauzeit.

Keine Kommentare

Trackbacks/Pingbacks

  1. Jet Set für alle – Die Geissens | Soaps.de - [...] nebenbei, dass Ober-Macho Robert Geiss sich bei hohen Aussichtsplattformen, beispielsweise auf dem Burj Chalifa in Dubai, nicht gern bis…

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.