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Kamelmilch – Das weiße Gold der Wüste

In den Wüsten Saudi-Arabiens herrschen extreme klimatische Verhältnisse. Vielerorts ist seit Jahren kein Tropfen Regen gefallen. Es ist nicht leicht für Lebewesen, sich in solch einer Umgebung zu behaupten. Dromedaren ist es jedoch gelungen, sich hervorragend an die harten Bedingungen anzupassen. Kamele überleben bis zu acht Wochen ohne einen Tropfen Wasser. Urin und Kot sind so stark konzentriert, dass der Wasserverlust beim Ausscheiden auf ein Minimum begrenzt wird. In weniger als fünf Minuten können sie ihren Wasservorrat um stattliche 200 Liter auffüllen, sobald sich Gelegenheit bietet. So halten sie lange Strecken bis zur nächsten Wasserstelle durch und eignen sich hervorragend als Reit- und Lasttiere. Deshalb schätzen Beduinen sie seit Jahrhunderten als treue Kameraden.

Da es in der Wüste stets schwer ist, an etwas Trinkbares zu gelangen, haben die Tiere noch einen weiteren sehr wertvollen Vorteil: Sie geben Milch. Das wird auf langen Wanderungen schon oft lebensrettend gewesen sein. Und deshalb wird die Dromedarmilch geradezu verehrt. Man nennt sie auch das weiße Gold der Wüste. Schon im Koran wird die Bedeutung der Kamelmilch erwähnt.

Hinsichtlich des Fett- und Eiweißgehaltes ist Kamelmilch der Kuhmilch ähnlich, der Vitamingehalt ist allerdings deutlich höher, besonders Vitamin C ist in höheren Mengen enthalten. Eine Kamelkuh (man findet auch den Begriff „Kamelstute“) gibt normalerweise bis zu fünf Liter Milch am Tag, in professionellen saudischen Kamel-Milchfarmen sollen jedoch weit höhere Erträge erzielbar sein. Israelische Forscher halten sogar eine Steigerung auf bis zu vierzig Liter täglich für möglich. Der Wert des Dromedars, auch als Lebensmittellieferant, müsse wieder bewußt gemacht werden, so sagen sie. Denn dessen wertvolle Milch sei vielerorts in Vergessenheit geraten, obwohl sich damit mancher Versorgungsknappheit wirkungsvoll begegnen ließe.

Um den Melkvorgang einzuleiten, braucht es zunächst die Stimulation durch das Saugen des Kalbes, anschließend kann in seinem Beisein maschinell gemolken werden, die Restmilch gehört wieder dem Kalb.

Im Vergleich mit Kuh-, Ziegen- oder Schafsmilch gilt Kamelmilch als am besten verträglich. Das hängt mit der Struktur der enthaltenen Eiweiße zusammen. Kamelmilch kann ein Ersatz für Personen sein, die eine Allergie gegen Kuhmilch entwickelt haben. Außerdem steht sie im Ruf, wertvolle Stoffe für die Stärkung der Immunabwehr zu liefern. Der Geschmack ist ähnlich, vergleichsweise ein klein wenig salziger. Es lassen sich daraus auch manche Milchprodukte wie zum Beispiel Speiseeis herstellen, in Mauretanien wird Weichkäse aus Dromedarmilch hergestellt. Da die Milch nicht sauer wird, ist sie selbst bei großer Hitze länger haltbar als Kuhmilch, gekühlt sogar monatelang.

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