Das Informationsportal für Saudi-Arabien

Die Shisha – Entspannung auf Arabisch

Feierabend – Jetzt erst mal ein schönes Bier und eine Zigarette. So handhaben es viele im Westen. In Saudi-Arabien sieht das etwas anders aus: Bier verbietet der Koran und statt einer Zigarette greift man lieber zur guten alten Shisha, der orientalischen Wasserpfeife und trinkt dazu einen Tee.

Die Shisha zu rauchen, hat eine lange Tradition. Erste Exemplare sollen in Indien aus Kokosnüssen gefertigt worden sein. Ihre heute übliche Form erhielt die Shisha bereits im 16. Jahrhundert, vermutlich in Ägypten. Die Kultur des geselligen Shisha-Rauchens hat sich bald in der gesamten arabischen Welt verbreitet. Die Shisha anzubieten ist ein festes Ritual der sprichwörtlichen arabischen Gastfreundschaft. Nicht erst, seit man seßhaft geworden ist, auch Beduinen hatten und haben auf ihren Wanderungen stets Shishas dabei.

Ihren Namen verdankt die Wasserpfeife der besonderen Konstruktion: Der Rauch wird durch ein wassergefülltes Gefäß (Bowl) gezogen, wobei er gekühlt und gefiltert wird. Dabei ist ein leise blubberndes Geräusch zu hören.

Beim Tabak kann man unter zahlreichen Geschmacksrichtungen wählen. Beliebt sind besonders Fruchtaromen wie Apfel, Orange, Pfirsich, Zitrone, Erdbeere, Mango, Banane, Melone oder Kokosnuss. Aber auch exotische Varianten sind erhältlich, darunter Cappuccino, Vanille, Karamell, Kokosnuss, Rose,  und Cola, ja sogar Bier oder Lakritz.

Arabischem Tabak wird bereits bei der Produktion eine höhere Menge an Feuchthaltestoffen zugegeben, als es bei deutschen Tabaken üblich ist. Vielfach wird im arabischem Raum nicht aromatisierter Tabak verwandt; manche stellen selbst durch die Zugabe von Honig und Trockenfrüchten ihr Wunscharoma zusammen.

Das Wassergefäß, durch das der Rauch gezogen wird, besteht häufig aus Glas. Dort hinein wird die Rauchsäule gesteckt. Sie ist meist aus chrom- oder messingfarbenem Metall. Am oberen Ende der Rauchsäule wird der Tabakkopf aufgesteckt. Er ist aus Keramik, Glas oder Metall und hat eine Mulde zur Aufnahme des Tabaks. Am Boden der Mulde sind  Bohrungen angebracht, damit die Luft hindurchströmen kann. Je nach deren Anordnung unterscheiden Spezialisten verschiedene Arten von Shisha-Köpfen. Der Kopf wird nach oben mit einer fein durchlöcherten Alufolie oder einem engen Sieb abgedeckt. Darauf wird mit einer Shishazange glühende Kohle gelegt, die für die nötige Hitze sorgt. Als Brennmaterial dienen kleine Holzkohlebröckchen. Geeignete Naturkohle wird oft aus der Schale von Kokosnüssen, Oliven- oder Orangenholz gewonnen.

An der Rauchsäule werden ein oder mehrere Schläuche angebracht, durch die, mit entsprechenden Mundstücken, der Rauch eingesogen wird. So kann eine Shisha mit mehreren Schläuchen einigen Rauchern gleichzeitig zum geselligen Genuß dienen.

Shisha-Bars und Shisha-Cafés werden auch in westlichen Ländern immer verbreiteter und beliebter.

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.