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Cool Runnings – Die saudi-arabische Eishockey-Nationalmannschaft

„Cool Runnings – Dabei sein ist alles“, diese Disney-Produktion war 1993 ein Riesenerfolg in den Kinos. Die Handlung konnte komischer kaum sein: Ein Jamaikaner träumt von einer Olympiateilnahme. Mit der Qualifikation zur Sommerolympiade hat es allerdings nicht geklappt. Da verfällt er auf die Idee, an der Winterolympiade teilzunehmen. Er sucht sich einen Trainer und trommelt ein Team aus begeisterten Mitstreitern zusammen, um sich im Bobrennen zu versuchen. Unter abenteuerlichen Bedingungen trainieren sie in selbstgebauten Seifenkisten auf improvisierten Strecken und schaffen es schließlich, sich für die Teilnahme in Calgary zu qualifizieren.

 

Was die wenigsten wissen: Tatsächlich war 1988 in Calgary ein jamaikanisches Bobteam am Start. Dessen Mitglieder wurden allerdings aus besonders guten Läufern unter den Armeesoldaten rekrutiert.

 

Ähnlich skurril mutet die Aufstellung einer saudi-arabischen Eishockeynationalmannschaft an. Doch diesmal handelt es sich nicht um einen Filmgag. Die Jungs meinen es ernst. 2010 wurde die Mannschaft gegründet. Einige mussten zu diesem Zweck vermutlich erst einmal das Schlittschuhlaufen lernen. Das erste offizielle Turnier, das die Spieler im Nationaltrikot bestritten, war die „Gulf Ice Hockey Championship”, die im Mai desselben Jahres von der “Kuwait Ice Hockey Association” in Kuwait-City ausgetragen wurde. Dieses Turnier ist vom Internationalen Eishockey Dachverband IIHF offiziell anerkannt. Vier Nationalteams nahmen an diesem Wettbewerb teil: Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Auch Kuwait war dem internationalen Dachverband erst 2009 beigetreten und machte nun mit der Ausrichtung dieses Turniers gleich “Nägel mit Köpfen”. Bei Außentemperaturen zwischen 30 und 45 Grad Celsius war die Begeisterung im Eisstadion um so größer; das Event wurde sogar im Fernsehen übertragen.

 

Hinter den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait erreichte Saudi-Arabien immerhin einen dritten Platz vor Oman. Ein Ergebnis, auf das man stolz sein kann, wenn man bedenkt, dass die Spieler sich erst kurz zuvor zusammengefunden hatten. Gegen die Vereinigten Arabischen Emirate machte man keine so gute Figur und erzielte gegen deren 14 Treffer nur ein einziges Gegentor. Gegen Kuwait lief es etwas besser, hier erzielte man bei 10 Treffern des Gegners immerhin drei Gegentore. Das beste Ergebnis war der 3:1 Sieg gegen Oman.

 

Welche Ziele sich der saudi-arabische Eishockeyverband für die nächsten Jahre gesetzt hat, ist nicht bekannt. Allein das sportliche Motto, auch in einer klassischen Domäne des Wintersports dabei sein zu wollen, verdient schon größten Respekt. Man mag den Spielern wünschen, eines Tages auch international in der Spitze dabei sein zu können. Das Königreich Bahrain und das Emirat Katar (Qatar) haben bereits angekündigt, bei den nächsten Gulf Championships ebenfalls mitmachen zu wollen.

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