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Lawrence von Arabien

Eine legendäre Figur

Thomas Edward Lawrence wurde am 16. August 1888 in Wales, England geboren. Sein Vater, ein britischer Adliger, Siebter Baronet of Westmeath und seine Mutter waren nicht verheiratet.  Zur damaligen Zeit, im viktorianisch geprägten Empire, galt das noch als gesellschaftlicher Mangel. Sie hatten fünf Söhne, von denen Thomas Edward der zweitälteste war. Biographen äußern die Überzeugung, dass Lawrence, geprägt von den dünkelhaften Moralvorstellungen seiner Zeit, unter der Ehelosigkeit seiner Eltern gelitten haben mag.

Lawrence studierte Geschichte an der Universität Oxford und machte schon in jungen Jahren ausgedehnte Forschungsreisen. Schon mit neunzehn Jahren durchquerte er Frankreich mit dem Fahrrad. Besonderes Interesse entwickelte er für die Zeit der Ritter und für Ruinen von Kreuzfahrerburgen, die er intensiv erkundete, vermaß und fotografierte. Sein Fachgebiet waren die „Einflüsse der Kreuzzüge auf die mittelalterliche Militärarchitektur“. Monatelang durchstreifte er Syrien, den Libanon und Palästina zu Fuß. Von 1911 bis 1914 war er an Ausgrabungsarbeiten am Euphrat beteiligt und lernte dabei die arabische Sprache. Er liebte die Lebensweise der Beduinen und schloß zahlreiche Freundschaften und bezeichnete diesen Abschnitt später als schönste Zeit seines Lebens. Bei einer archäologischen Expedition in der Negev-Wüste sammelte er gleichzeitig Informationen im Auftrag des britischen Geheimdienstes. Der Bau einer Eisenbahnlinie, die zwischen dem Deutschen und dem Osmanischen Reich vereinbart worden war und deren Trassenführung bis nach Medina geplant war, hatte die Aufmerksamkeit der Briten erregt. Sie sahen ihre Kolonialmacht in der Region und ihren Zugang zum Suezkanal gefährdet. Im Rahmen des arabischen Unabhängigkeitskampfes wurde Lawrence zu einer Schlüsselfigur; er pflegte engen, freundschaftlichen Kontakt zu Faisal I., einem Sohn des Emirs. Seine Liebe zu Land und Leuten war so groß, dass man Lawrence noch Jahrzehnte später immer wieder in arabischer Kleidung dargestellt hat. Als Angestellter des britischen Geheimdienstes pflegte er den Kontakt zu den arabischen Rebellen und sorgte für die Einigung zerstrittener Teilgruppen. Er gilt als Ideengeber des damaligen Guerillakrieges, der den militärisch schwachen Beduinen die Möglichkeit geben sollte, sich gegen militärisch besser gerüstete, organisierte und überlegene Streitkräfte zu behaupten.

Der entscheidende Erfolg blieb ihm jedoch versagt, denn er hatte den Arabern die vollständige Unabhängigkeit versprochen, die er politisch letztlich nicht durchsetzen konnte. Nach Ende des Ersten Weltkrieges setzte sich Lawrence als Berater Churchills bei der Friedenskonferenz von Paris für seine arabischen Freunde ein.  Er mied öffentlichen Ruhm und jede Form von Glorifizierung und versuchte weitgehend unerkannt und unbehelligt zu leben. Zu diesem Zweck nahm er ein Pseudonym an und arbeitete fortan als einfacher Soldat bei der Luftwaffe.

Zum Mythos wurde Lawrence unter anderem durch den US-Journalisten Lowell Thomas, der ihn bei seiner Kriegsberichterstattung aus Arabien in Filmen und Vorträgen stark in den Mittelpunkt stellte. Lawrence eigene Berichte, die 1926 unter dem Titel „Die sieben Säulen der Weisheit“ veröffentlicht wurden, kamen hinzu. Die Verfilmung der Lebensgeschichte unter dem Titel „Lawrence von Arabien“ manifestierte die Legende endgültig.

Zu den Leidenschaften von Thomas Edward Lawrence gehörten Fahrten auf dem Motorrad. Er liebte es, schnell zu fahren und holte auf gerader Strecke alles aus seiner Maschine heraus. Er konnten schon einmal mit 125 Meilen pro Stunde (über 200 km/h) sein. Nahezu täglich war er unterwegs und verarbeitete diese Begeisterung auch schriftstellerisch. Am 19. Mai 1935 wurde ihm das zum Verhängnis, er verunglückte tödlich. Um diesen Unfall rankten sich lange Zeit zahlreiche Verschwörungstheorien mit zum Teil politischem Hintergrund, die jedoch näherer Überprüfung nicht standhalten konnten.

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