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Die Wüsten Saudi-Arabiens

Mit einer Fläche von rund 2,7 Millionen Quadratkilometern ist die Arabische Halbinsel die größte Halbinsel auf der Erde. Sie bildet die Nahtstelle zwischen Afrika und Asien. Geologen rechnen die Arabische Platte dem Kontinent Afrika zu. Für Geografen hingegen, gehört die Arabische Halbinsel zu Asien.

Unter den auf der Arabischen Halbinsel gelegenen Ländern nimmt Saudi-Arabien mit Abstand die größte Fläche ein. Überwiegende Teile des Landes sind von ausgedehnten Wüsten bedeckt. Etwa 1.300.000 Quadratkilometer der Arabischen Halbinsel sind Wüstenregionen. Die „Große Nefud“ liegt im Norden, das südliche Wüstengebiet trägt den Namen „Rub al-Chali“. Beide Wüstenregionen sind durch den „Dhana“ miteinander verbunden. Das ist ein Streifen aus Schotter mit einer Länge von etwa 1.300 Kilometern. Der Dhana ist stellenweise bis zu 80 Kilometer breit.

Die Nefud bedeckt eine Fläche von nahezu 80.000 Quadratkilometern. Durch ihre Lage und den Einfluß des Passatwindes zeigt sie die Charakteristik einer typischen Wendekreiswüste. Der rötliche Sand wird durch plötzlich auftretende starke Winde zu mächtigen Dünen aufgetürmt, die Höhen von 180 Metern erreichen können. Nahe des Hejaz-Gebirges gibt es verschiedene Oasen, die landwirtschaftlich genutzt werden, um verschiedene Getreidesorten, Obst und Gemüse anzubauen.

Berühmtheit erlangte die „Große Nefud“ durch Lawrence von Arabien, der sie 1917 mit Kämpfern der Beduinen in Rekordzeit durchquerte, um die Hafenstadt Aqaba zu erobern.

Die Rub al-Chali ist mit 780.000 Quadratkilometern die weltweit größte Sandwüste. Sie erstreckt sich im Süden des Landes von Westen nach Osten und reicht im Süden bis in den Jemen und in den Oman hinein. Auch sie gehört, bedingt durch die Passatwinde, zur Gruppe der Wendekreiswüsten. Die Sanddünen erreichen Höhen von bis zu 300 Metern. Die im Norden gelegene Liwa-Oase mit der in der Nähe gelegenen besonders hohen Moreeb-Düne sind beliebte Ausflugsziele für Off-Road-Fans, die hier an den steilen Steigungen ihre Geländewagen und Wüsten-Buggys erproben. Aufgrund der enormen Ausdehnung gelten weite Gebiete noch heute als unerforscht. Auch Beduinen halten sich nur an den Rändern auf.

Nur sehr wenigen Pflanzen und Tieren (vereinzelte Insekten, Reptilien und Nagetiere) ist es gelungen, sich an die extremen klimatischen Bedingungen der Wüsten anzupassen. Daher ist die Vegetation äußerst spärlich; viele Lebewesen können nur in den seltenen Regenperioden kurz und intensiv aufleben. In der Nefud fällt nur ein bis zwei mal pro Jahr Niederschlag. Das Wasser versickert im Sand, da es an der Bodenoberfläche nicht gespeichert werden kann. Aufgrund extrem geringer Niederschlagsmengen ist die Rub al-Chali nahezu vegetationslos. Die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht können bis zu 60 Grad Celsius betragen. Dadurch wird die physikalische Zersetzung, also die Verwitterung der Böden, noch zusätzlich gefördert.

Um unter den extremen Bedingungen zu überleben, braucht es viel Erfahrung sowie gute Orts- und Sachkenntnis. Ohne kundige Führer sollte sich niemand allein in die Wüste begeben. In Saudi-Arabien sind Fremden Ausflugsfahrten in die Wüste aus Sicherheitsgründen strikt untersagt.

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