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Die saudischen Superyachten – Luxus ist Trumpf

Jahr für Jahr pilgern Wassersportbegeisterte über Bootsmessen und bewundern die neuesten Yachten. Manch ein Freizeitkapitän findet hier seinen Traum. Doch das, was auf Publikumsmessen gezeigt wird, ist für arabische Verhältnisse allenfalls „Peanuts“ und taugt höchstens als Beiboot.

Schon 1989 verzeichnete das „Guiness Buch der Rekorde“ einen atemberaubenden Rekord: Allein die Neuausrüstung der königlichen saudi-arabischen Yacht „Abdul Asiz“ kostete 9 Millionen Pfund (das entsprach damals etwa 33,5 Millionen DM oder 17 Millionen Euro). Das Schiff war ursprünglich in Dänemark auf der Helsingør Værft gebaut worden, was mit rund 20 Millionen Pfund (entsprach etwa 75 Millionen DM oder 38 Millionen Euro) zu Buche schlug. Die Neuausrüstung wurde bei der Vospers Werft in Southampton (GB) im Jahr 1984 fertiggestellt. Damit galt die „Abdul Asiz“ zu jener Zeit als teuerste Yacht der Welt.

Um die Yacht, deren Name aktuell „Prince Abdulaziz“ lautet,  korrekt zu bezeichnen, wird vor dem Schiffsnamen das Präfix (Kürzel) „HMS“ (Abkürzung für „His Majesty’s Ship“) eingefügt. Der Heimathafen ist Dschidda, sie liegt dort in Sichtweite des Königspalastes.

Die Yacht wurde einst vom inzwischen verstorbenen König Fahd in Auftrag gegeben und dient nun seinem Bruder und Nachfolger König Abdullah. Mit 147 Metern Länge und 18,30 Metern Breite und einem Tiefgang von 4,90 Metern gilt sie als größte Luxusyacht des 20. Jahrhunderts. An Bord befinden sich ein Helikopterlandeplatz, eine Moschee, ein komplettes Hospital, ein Kino und eine Besatzung, die auf 65 Personen geschätzt wird. Das Schiff wird über zwei Dieselaggregate angetrieben, die eine Reisegeschwindigkeit von 18, in Spitzen bis zu 22 Knoten ermöglichen.

Der russische Unternehmer Roman Abramowitsch („Eclipse“) und die königliche Yacht „Dubai“ haben hinsichtlich der Länge inzwischen überholt. Doch obwohl sie mittlerweile in die Jahre gekommen ist, wird die „Prince Abdulaziz“ noch immer auf den vorderen Plätzen in den Ranglisten der Mega-Yachten geführt.  Dicht gefolgt von der „Al Salamah“, die mit 140 Metern Länge auch eine sehr imposante Erscheinung abgibt. Sie wurde 1999 von den Werften HDW und Lürssen im Konsortium unter höchster Geheimhaltung gebaut und gehört dem Kronprinzen Sultan bin Abdul Aziz, einem Sohn des verstorbenen Königs Fahd.

Ferner wird die „Issham Al Baher“ dem saudischen Königshaus zugerechnet. Diese Yacht aus dem Jahr 1973 erreicht eine Länge von immerhin 115 Metern. Das war zu jener Zeit auch nicht gerade wenig. Sie war einst ein Geschenk von Stavros Niarchos an König Fahd und trug in früheren Jahren die Namen „Atlantis“, „Prince Abdul Aziz“ und „Al Salamah“. Im Zuge der Neubauten, wurde sie mehrfach umgetauft, um ihre vorherigen Namen auf neu in Dienst gestellte Yachten übertragen zu können.

Eine weitere bemerkenswerte Yacht Saudi-Arabiens aus dem Jahr 1990 ist die „Lady Moura“ von Dr. Nasser Ar-Rashid, einem Bauunternehmer und einflussreichen Ratgeber des Königshauses. Bei einer Länge von 105 Metern, einer Breite von 18,5 Metern und sechs Decks gilt sie als äußerst geräumig. Der Gestaltung des Innenraums wurde besonders viel Aufmerksamkeit gewidmet. Der riesige Esstisch von 24 Metern Länge und die Bar wurden von Viscount Linley einem Neffen der Queen hergestellt. Die „Lady Moura“ fährt und der Flagge der Bahamas und befindet sich überwiegend im Mittelmeer.

Dann wäre da noch die 86 Meter lange „Kingdom 5KR“. Sie gehört dem saudischen Prinzen al-Walid ibn Talal Al Saud und liegt in Antibes. 1980 wurde sie auf der italienischen Werft Benetti für den Waffenhändler Adnan Khashoggi unter dem Namen „Nabila“ gebaut. Im James Bond Film „Sag niemals nie“ war sie Teil der Handlung. Der nächste Besitzer war der Sultan von Brunei, der sie bald an den New Yorker Baulöwen Donald Trump weiterverkaufte. Der nannte sie „Trump Princess“. Schließlich wurde sie an ihren jetzigen Eigner verkauft. Der Name „Kingdom 5KR“ ist eine Kombination aus Firmenbezeichnung, Glückszahl und familiären Initialen.

Apropos Wasser: Saudi-Arabien verfügt seit 1985 in Dschidda am Roten Meer mit der King Fahd’s Fountain über den Springbrunnen mit der höchsten Wasserfontäne. Sagenhafte 312 Meter schießt das Wasser in die Höhe. Das ist Weltrekord und zwar mit großem Abstand; die nächstfolgenden Fontänen erreichen nur 206 Meter (Port Tower, Karatschi, Pakistan), beziehungsweise 202 Meter (Brunnen in Seoul, Südkorea).

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