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Die Beduinen

Zur Erziehung der Prinzen des saudischen Königshauses gehört traditionell auch eine Phase, in der sie mit den Beduinen des Landes zusammen sind, um den Kontakt zur urtümlichen Bevölkerung und Lebensweise ihres Volkes nicht zu verlieren. Auch König Abdullah ibn Abd al-Aziz hat in seiner Jugend eine Zeit bei den Beduinen gelebt. Diese Kultur hat also auch heute noch Bedeutung und Ansehen in der saudischen Gesellschaft.

Der arabische Begriff „Badawi“, von dem sich „Beduine“ herleitet, bedeutet „nicht sesshaft“. Die Beduinen selbst bezeichnen sich als „Arab“, die Sesshaften hingegen als „Hadar“. Beduinen leben nomadisch, also ohne festen Wohnsitz in der Wüste. Auch die Sprache der Beduinen, arabisch mit einem besonderen Akzent, wird oft mit dem Begriff „Badawi“ bezeichnet.

Beduinen gehören Stämmen an, die klar organisiert sind. Die Stammbäume der jeweiligen  Stammesführer bzw. Scheichs lassen sich oft über Jahrhunderte zurückverfolgen. Man sagt, dass mancher sich bis auf den Propheten Mohammed zurückführen läßt. Eheschließungen sind nur innerhalb des eigenen Stammes oder zwischen Angehörigen befreundeter Stämme üblich. Der Familienverband hat einen hohen Stellenwert im Leben jedes Beduinen.

Beduinen sind islamischen Glaubens und leben nach den entsprechenden religiösen Geboten. Meist betreiben sie Viehzucht, je nach Region dominieren dabei Schafe, Ziegen oder Dromedare. Die kargen Landschaften machen es erforderlich, immer wieder lange Strecken zurückzulegen, um geeignete Plätze zu finden. Von besonderer Bedeutung sind daher die Oasen und Randgebiete der Wüsten, an denen sie Trinkwasser und Weideplätze finden können. Legendär sind die Kamelkarawanen, die in vielen alten Erzählungen aus dem Morgenland geschildert werden.

Auf dem Speiseplan stehen Datteln, Oliven, Hülsenfrüchte, Brot und Milchprodukte. Männer und Frauen verhüllen ihren Körper fast gänzlich. Einerseits, da das Zeigen von Haut in ihrer Kultur als anstößig angesehen wird. Andererseits ist die Bedeckung des gesamten Körpers angesichts der enormen Sonneneinstrahlung in den Wüstengebieten auch dringend erforderlich.

Arabische Beduinen gelten als besonders erfahrene, geschickte und umsichtige Führer für Forschungsexpeditionen und Reisende. Hier vermischt sich die Tradition klassischer Karawanenführer mit den Herausforderungen der Neuzeit.

Zahlreiche Sitten und Gebräuche, auch der sesshaften Araber, gehen noch heute auf das urtümliche Leben der Beduinen zurück. So finden, besonders bei feierlichen Anlässen, zum Beispiel bei Hochzeiten, die Festlichkeiten bevorzugt in Zelten statt. Man nimmt auf dem Boden Platz und isst mit den Fingern. Traditionell fühlt man sich in dieser Atmosphäre einfach wohler, als in festen Behausungen an gedeckten Tischen.

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