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Das Königshaus – Zentrum der Macht

Saudi-Arabien hat die Staatsform einer absoluten Monarchie. Das Königshaus ist folglich das zentrale Machtzentrum. König Abdullah Al Saud ist nicht nur Monarch im repräsentativen Sinne, sondern auch Premierminister seines Staates. Außerdem ist er Oberbefehlshaber der saudischen Streitkräfte und Hüter der heiligen Stätten in Mekka und Medina.

Eine derartige Konzentration von Positionen und Funktionen auf eine Person, vom religiösen, über das politische, bis hin zum militärischen Spektrum ist im internationalen Vergleich selten und bedeutet für das Staatsoberhaupt eine enormes Maß an Verantwortung. Es erfordert gleichzeitig ein hohes Vertrauen der Untertanen in die Integrität und Weitsicht ihres Königs. Demokratische Verfahren im westlichen Sinne sind in Saudi-Arabien nicht üblich. Ebensowenig wie Parteien, Gewerkschaften oder eine Oppostion. Die Einflußnahme der Bevölkerung ist stattdessen über ein Petitionswesen geregelt. Jeder Bürger hat die Möglichkeit, sich im Rahmen von Audienzen mit Eingaben direkt an hohe Regierungsvertreter zu wenden.

König Abdullah, sein voller Name lautet Abdullah ibn Abd al-Aziz Al Saud, wurde 1924 in Riad geboren. Seine Inthronisation erfolgte 2005. Schon in den zehn vorangegangenen Jahren hatte er seinen Halbbruder, den vorherigen König Fahd ibn Abd al-Aziz bei der Führung der Staatsgeschäfte unterstützt und vertreten, nachdem dieser erkrankt war.

Abdullah wurde in der Eliteschule des saudischen Hofes, der so genannten „Prinzenschule“ erzogen. Kinderreichtum hat Tradition im Königshaus. Das liegt auch daran, dass es traditionell üblich ist, dass außer zur Hauptfrau weitere Beziehungen mit Nebenfrauen unterhalten werden können. Abdullah wuchs mit  36 älteren und jüngeren Brüdern beziehungsweise Halbbrüdern auf. Er selbst hat 34 Kinder aus neun Ehen.

König Abdullah ist bemüht, traditionelle, kulturelle und religiöse Werte mit Herausforderungen der Zukunft harmonisch zu synchronisieren. Er gilt als Integrationsfigur und ist bemüht, Rechte von Minderheiten zu schützen und Friedensbemühungen, auch außerhalb der eigenen Landesgrenzen, zu unterstützen. So unternahm er beispielsweise Bemühungen, im israelisch-palästinensischen Konflikt zu vermitteln und auch um im iranischen Atomstreit zu schlichten. Abdullah gehört zu den einflußreichsten Mitgliedern der Arabischen Liga. Seine Einstellung zu den Vereinigten Staaten wird als positiv beschrieben.

Im Jahr 2007 besuchte König Abdullah die Bundesrepublik Deutschland und sprach mit Bundeskanzlerin Andrea Merkel, Bundespräsident Horst Köhler und Außenminister Frank-Walter Steinmeier sowie dem Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit.

Der König prägt die infrastrukturelle Ausrichtung seines Landes. Er ist bemüht, für seine Bürger die besten und komfortabelsten weltweit erhältlichen Technologien zu beschaffen. So ist beispielsweise die Errichtung einer Hochgeschwindigkeits-Bahn zwischen Mekka und Medina geplant worden. Auf seiner Initiative basiert auch die Errichtung einer hochmodernen neuen Hafenstadt am Roten Meer namens King Abdullah Economic City mit Milliardeninvestitionen, zu der 2005 der Grundstein gelegt wurde.

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