Arabische Geschäftskontakte – Training macht den Unterschied

Saudi-Arabien ist ein reiches Land. Das weckt Begehrlichkeiten. Viele Unternehmen wünschen sich geschäftliche Kontakte. Doch wie baut man die auf? Und wie sollten sich Mitarbeiter im arabischen Raum verhalten?

Wie begrüßt man sich und wie lautet die korrekte Anrede? Wie isst man ohne Messer und Gabel? Sollte man tatsächlich durch herzhaftes Rülpsen zu verstehen geben, dass es geschmeckt hat? Was schenkt man Geschäftspartnern, die eigentlich schon alles haben und die schwer zu beeindrucken sind?

Um diese und viele weitere Fragen zu beantworten, geschäftliche Kontakte passend einzufädeln und sich auf persönliche Treffen gut vorzubereiten, gibt es Spezialisten. Einer von ihnen ist Dr. Mohamed El-Bastawisy, ein in Ägypten geborener und aufgewachsener Deutscher, der den Bedarf erkannt hat und in seinem Unternehmen Arabi Counsel mit einem Stab von Spezialisten die Rundum-Betreuung westlicher Firmen beim Kontakt mit arabischen Partnern anbietet.

Mit mehreren Vertretungen in der arabischen Welt lassen sich für die Kunden schon vorab Möglichkeiten ausloten und erste Kontakte knüpfen. Mit Seminaren, Sprachkursen und zielgerichtetem Coaching werden die Mitarbeiter auf bevorstehende Herausforderungen vorbereitet. Wenn die angestrebte Geschäftsbeziehung schließlich etabliert und gefestigt ist, können die Berater durch eine umfeldgerechte Vertriebsunterstützung dabei helfen, dass das Engagement zum Erfolg wird.

Anders herum funktioniert der Wissens- und Kulturaustausch schon viel selbstverständlicher. Für junge Araber ist es ganz normal, einen Teil ihrer Ausbildung in westlichen Industriestaaten zu absolvieren. Viele studieren in Europa oder Amerika. Und immer häufiger kommen auch Betriebspraktika in Unternehmen hinzu. So ist der arabische Geschäftsmann mit der Kultur des Abendlandes oft viel besser vertraut, weiß sich in beiden Sphären sicherer zu bewegen und tut sich insgesamt wesentlich leichter, als seine ausländischen Geschäftspartner.

Ein Unternehmen aus Suhl in Thüringen unterhält beispielsweise regelmäßige Praktikumsplätze für Besucher aus der arabischen Welt. Arabische Investoren, die hier Beteiligungen halten, legen nämlich Wert darauf, dass auch ihre arabischen Mitarbeiter frühzeitig die Chance nutzen, durch den regelmäßigen Austausch ihren beruflichen und kulturellen Horizont zu erweitern. Dahinter steckt auch die Überlegung, kommende Generationen schrittweise auf die Zeit nach dem Öl vorzubereiten. Mit Investitionen allein ist es nicht getan, auch das Know-how soll rechtzeitig diversifiziert werden. Besonders für eine angestrebte Ingenieurlaufbahn gilt im arabischen Raum ein Deutschlandaufenthalt als äußerst karrierefördernd.

„Deutsche Tugenden“ sollen die Praktikanten lernen, so betont einer der Initiatoren. Ein erfolgreiches Modell, das auch andersherum Schule machen sollte. Sicher gäbe es auch für deutsche Praktikanten im arabischen Raum eine Menge Tugenden zu entdecken und das gegenseitige Verständnis der Kulturen würde wachsen.